160 Ideen für eine lebenswertere Altstadt

Der Ideenwettbewerb „Sei du Hallein“ der Fachhochschule Salzburg brachte zahlreiche gute Ideen. Nun geht es darum, einige davon umzusetzen

Matthias Petry berichtet aus Hallein (Tennengauer Nachrichten)

Ein Geschäftslokal als Arbeits- und Lernfläche für die zahlreichen Halleiner Schülerinnen und Schüler; ein rundes Sitzmöbel für die Altstadtplätze, das zum „Ratschen“ und Verweilen einlädt; und das generelle Beleben der Altstadt, indem man Studierenden das Leben und Arbeiten vor Ort mit günstigen Mieten, Möglichkeiten für Start-ups und Popup-Stores etc. schmackhaft macht. Diese drei Ideen von Markus Lorenz, Yui Hei Chan und Astrid Hickmann kürte die neun-köpfige Jury vergangene Woche zu den Gewinnern des öffentlichen Ideenwettbewerbs „Sei du Hallein“, organisiert von der Fachhochschule und dem Innovationsservice des Landes. Auftraggeber war die Stadtgemeinde Hallein, die (gemeinsam mit dem Tourismusverband) auch die Preise zur Verfügung stellte.

Rund 160 Vorschläge aus den Bereichen Wirtschaft, Städtebau, Kunst & Kultur waren zu der Fragestellung „Wie kann man Plätze und leer stehende Geschäftslokale in der Halleiner Altstadt beleben? “ eingegangen. „Das ist sehr viel für so einen Wettbewerb“, betont FH-Professor Elmar Schüll von der „Forschungsgruppe Innovation & Gesellschaft“, der das Projekt mitbetreut hat. „Da waren auch abseits der Gewinner viele gute Ideen dabei, die einen Preis verdient hätten.“

Nun wird es Gespräche mit der Stadtgemeinde geben, welche der Ideen man wie und mit welchem Geschäftsmodell in die Tat umsetzen könnte. „Das Projekt läuft noch bis Mitte 2022. Das Ziel ist, dass man dann hier Dinge sehen kann, die es vorher nicht gab.“ Der Wettbewerb, durchgeführt vom FH-Studiengang Betriebswirtschaft, war aber nur ein Teil eines größeren Forschungsprojekts, gefördert vom Land Salzburg, in dem mehrere FH-Studiengänge den Leerstand in der Altstadt analysieren. Der FH-Masterstudiengang „Smart Cities“ hatte architektonische und städteplanerische Fragen gewälzt, Leerstände dokumentiert und den Ist-Zustand der Altstadt erhoben. Der Studiengang Betriebswirtschaft widmete sich ökonomischen Fragen und organisierte den Wettbewerb. Und der Masterstudiengang „Soziale Innovation“ von Elmar Schüll analysierte in diesem Hinblick soziale Dynamiken: „Wir haben zahlreiche Interviews mit Einwohnern, Gewerbe- und Kulturtreibenden geführt, wir haben versucht, das gesamte Spektrum abzudecken und ein Gefühl dafür zu bekommen, was die Leute interessiert.“

Schülls Fazit aus den Gesprächen: „Das Ziel wird sein, Angebote für die Bürger zu schaffen, die so attraktiv sind, dass sie auch Auswärtige nach Hallein ziehen. Was man hier hat, sollte man nutzen und zeitgemäß mit Leben füllen, nicht nur konservieren.“ Dass Hallein dabei immer „im Windschatten“ von Salzburg unterwegs sei, könne dabei sogar ein Pluspunkt sein: „Hallein wird wohl nie die Frequenz bekommen, aber auch nicht die negativen Nebenwirkungen.“