Noch keine Kommentare

Holz-Ideenwettbewerb auf Open Innovation Salzburg

Innovationen für die Zukunft der Salzburger Holzwirtschaft

Am 9. Juni 2020 wurden am Wissenscampus Kuchl die Siegerinnen und Sieger des zweiten Ideenwettbewerbs auf Open Innovation Salzburg gekürt. Gewonnen haben allesamt Ideen, die sich am Puls der Zeit befinden: ein nachhaltiges Urlaubskonzept, Fahrradteile aus Holz, eine spielerische Tischlerei, ein Steckmöbelsystem und ein Virtual-Reality-Konzept, mit dem der Lebenszyklus von Holz erlebbar gemacht wird. Nun gilt es, aus diesen Ideen auch Nutzen zu ziehen.

Wohl kaum ein Material ist mit der Geschichte, Kultur und Wirtschaft im Salzburger Land so stark verbunden wie das Holz. Knapp die Hälfte des Bundeslandes ist mit Wald bedeckt und der Werkstoff Holz wird seit Jahrtausenden verwendet. Doch Holz ist alles andere als altmodisch: Neue Technologien und Verfahren helfen dabei, die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten des leistungsfähigen Naturmaterials auszuschöpfen. Am Wissenscampus Kuchl befindet sich Österreichs Vorzeige-Standort in Sachen Holzforschung und -entwicklung. An der Fachhochschule Salzburg und dem Holztechnikum Kuchl werden Impulse und Innovationen gesetzt und laufend Projekte initiiert beziehungsweise erarbeitet. Neu ist dabei auf Open Innovation zu setzen.

„Innovative Geschäftsmodelle, Regionalität, Tradition neu gedacht oder die Steigerung der Attraktivität der Holzbranche als Arbeitgeber: Der Ideenwettbewerb ‚Neue Holzwege – Innovationen für die Salzburger Holzwirtschaft‘ suchte nach Impulsen für den in Salzburg tief verwurzelten Wirtschaftszweig“, so Obmann Rudolf Rosenstatter vom Veranstalter des Wettbewerbes proHolz Salzburg und dem Holzcluster Salzburg, der sich über die große Teilnahme sehr freute.

Die Open Innovation Community hat vom 4. Februar bis 4. April insgesamt 400 neue Nutzer/innen verzeichnet, die 140 Ideen generiert haben. Diese Ideen wurden in einer zweiwöchigen Votingphase durch die Community geliked, kommentiert und bewertet. Die 32 besten Ideen aus dieser Phase schafften es in die Jurybewertung. Die Fachjury achtete besonders auf Originalität, Ideennutzen und -reichweite, Nachhaltigkeit sowie Umsetzbarkeit. „Besonders der Aspekt des Ideennutzens für die Salzburger Holzwirtschaft und die Umsetzbarkeit der Ideen war der mehrköpfigen Jury ein besonderes Anliegen. Da die Gewinner/innen nicht nur am Papier brillieren, sondern ihre Ideen viel mehr in der Praxis Anwendung finden sollen“, so Jurymitglied Johanna Kanzian, Marketingleiterin am Holztechnikum Kuchl.

Das sind die fünf besten Ideen:

  • Platz 1: Urlaub im HOLZ
  • Platz 2: Bikeshit – wooden components
  • Platz 3: Spieltischlerei
  • Platz 4: Change & Combine WOODEN Furniture
  • Platz 5: Tree to Plank Experience

 

Die Gewinner/innen des Holz-Wettbewerbs.
©proHolz/Holzcluster Salzburg

Der erste Platz geht an das Projekt „Urlaub im HOLZ“, bei dem schlichte, aber stilvolle, Unterschlüpfe aus Holz zum Verweilen und Übernachten einladen. Für die Nutzung tritt man einer Community bei, durch die Bezahlung eines pauschalen Unkostenbeitrags pro Monat kann man alle Unterschlüpfe nutzen. Diese sollen in jeder österreichischen Gemeinde errichtet werden. So werden inländischer Individualtourismus und lokale Wirtschaft angeregt, Hotspots entlastet und Nachhaltigkeit gefördert. Der Sieger darf gemeinsam mit der Firma Schibau-Thurner seinen eigenen Holzski im Wert von 950 Euro bauen.

„Der erste Platz war der klare Favorit, denn die Idee ist gerade jetzt aktuell und zeitgemäß. Urlaub zuhause, im nachhaltigen Raum, einfach und echt. Auch was die Umsetzbarkeit der Idee betrifft, konnte das Siegerprojekt voll punkten“, beschreiben die Jurymitglieder Katharina Springl und Otmar Bachler von Holzcluster Salzburg und proHolz Salzburg.

Platz zwei belegt „Bikeshit – wooden components“, bei dem herkömmliche Fahrradteile durch Holzkomponenten ersetzt werden. Dies können Fahrradpedale, Trinkflaschenhalter, Gepäckträger, Sattel oder zum Beispiel auch Bugholzlenker sein.

Die „Spieltischlerei“ hat den dritten Platz gewonnen. Bei der Idee lernen Kinder den Beruf Tischler spielerisch kennen und können dabei ihre Kreativität einsetzen. In Form eines Workshops entwirft der Tischler oder die Tischlerin gemeinsam mit Kindern ein Spielmöbel ganz nach ihren Vorstellungen. Die Kinder können bei einfachen Schritten der Fertigung mithelfen und den weiteren Prozess bis zur Fertigstellung des Möbels beobachten. So lernen sie die Vielseitigkeit und Wichtigkeit des Tischlerhandwerks schon in jungen Jahren kennen.

Knapp am Siegertreppchen vorbei auf dem vierten Platz landete das Steckmöbelsystem „Change & Combine WOODEN Furniture“. Platz fünf belegt das Projekt „Tree to Plank Experience”, das den Lebenszyklus von Holz mithilfe von Virtual Reality näherbringen möchte.

Alle Gewinner/innen sind Studierende der Fachhochschule Salzburg am Standort Kuchl. „Dass alle Gewinnerideen aus den Köpfen von FH-Studierenden der Studiengänge Design und Produktmanagement sowie Holztechnologie und Holzbau stammen, zeigt, dass Holz bei den jungen Leuten als Zukunftsmaterial mit funktionalen und technischen Vorteilen, das einen positiven Beitrag zum Thema Klimaschutz leistet, wahrgenommen wird“, so Dominik Walcher vom Studiengang Design und Produktmanagement der FH Salzburg und Projektleiter des Holz-Ideenwettbewerbs.

Verleihung des ersten Platzes an Michael Tschaller und Matej Maryska, die „Urlaub im HOLZ“ entwickelt haben durch Rudolf Rosenstatter.
©proHolz/Holcluster Salzburg.

Open Innovation als zeitgemäße Methode der Ideenfindung

Bei der offenen Innovation tüfteln Unternehmen nicht nur innerhalb ihres Betriebs an neuen Ideen, sondern binden von Anfang an Kund/innen, Anwender/innen, Lieferant/innen oder interessierte Personen in den Innovationsprozess ein. Sie alle tragen mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen zur Entstehung von neuen Lösungen bei. So werden Produkte entwickelt, die näher an den Kundenvorstellungen angelehnt sind und dadurch größeren Erfolg am Markt haben. Durch Open Innovation werden neue Wissensgeber/innen aus aller Welt erreicht, die ihre Ideen rund um die Uhr digital übermitteln. So werden radikal neue Ideen generiert, indem unübliche Wissensgeber/innen frühzeitig in Innovationsprozesse eingebunden werden.

Um den Bekanntheitsgrad von Open Innovation und Ideenwettbewerben bei der jungen Zielgruppe zu untersuchen, führte der Studiengang Design und Produktmanagement der FH Salzburg im Februar eine repräsentative Online-Umfrage durch, woran sich über 750 Personen im Alter von 20 bis 29 Jahren aus ganz Österreich beteiligten. Es zeigte sich, dass der Begriff „Open Innovation“ insgesamt wenig bekannt ist, die Teilnehmer sich jedoch generell mit Ideenwettbewerben gut auskennen. Besonders die weiblichen Teilnehmerinnen (52%) halten diese Art der Einbindung von Kund/innen für sehr zeitgemäß und für eine Methode, wie Unternehmen tatsächlich erfolgreiche Innovationen finden können. 20% der Befragten mit überwiegendem Anteil an Männern haben auch schon ein- oder mehrmals an einem Ideenwettbewerb teilgenommen. Die Teilnehmer/innen wurden zum Abschluss der Umfrage nach Ideen gefragt, wie man das Material Holz verstärkt einsetzen könnte. Genannt wurden die Verwendung in alltäglichen Gebrauchsgegenständen, als Plastikersatz oder als Grundmaterial für Textilien und Kleidung.

Weitere Ideenwettbewerbe starten

Seit Launch der Crowdsourcing-Plattform Open Innovation Salzburg vergangenen Herbst haben sich knapp 750 Userinnen und User registriert. Laufend werden neue Ideenwettbewerbe zu unterschiedlichen Themenfeldern – alle mit Salzburgbezug – angeboten. Bis 30. Juni können noch Impulse für einen innovativen Pongau eingereicht werden. Der nächste Wettbewerb startet voraussichtlich Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli und wird sich mit dem Thema Tourismus und Digitalisierung in Bezug auf Covid-19 beschäftigen. Ideen können ab Kampagnenstart für jeweils zwei Monate auf www.openinnovation-salzburg.at eingereicht werden. Hinter der Plattform Open Innovation Salzburg steht ein Konsortium aus kompetenten Partnern: ITG – Innovationsservice für Salzburg, Salzburg Research, Fachhochschule Salzburg, Privatuniversität Schloß Seeburg, Universität Salzburg und Land Salzburg.

Kommentarfunktion ist geschlossen.