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Die Ressource Lebensmittel – VIEW

Im Rahmen der Lehrveranstaltung Management von Non Profit Organisationen  im Master Vollzeit wurde ein Praxisprojekt mit dem Verein „VIEW – Verein für ethisches Wirtschaften“ initiiert. Die Studierenden konnten somit ihr Theoriewissen gleich in die Praxis umsetzen und mit eigenen Erfahrungen ergänzen.

VIEW – Verein für ethisches Wirtschaften: Versorgen statt Entsorgen

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VIEW setzt sich zum Ziel, überschüssige Lebensmittel von Produzenten abzuholen und sie an soziale Einrichtungen in der Region Salzburg zu verteilen. Freiwillige MitarbeiterInnen holen die Lebensmittel unentgeltlich ab. Dadurch sparen sich Unternehmen die Entsorgungskosten und gleichzeitig haben sie die Möglichkeit, einen Beitrag für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Gesellschaft zu leisten.

Wie viele kleine NPOs (Not-for Profit Organisationen) machen Ressourcenknappheit dieser Organisation zu schaffen: „Vieles muss ich einfach alleine machen, weil wir zu wenig freiwillige MitarbeiterInnen haben“, erklärt Frau Kiefel, die Initiatorin von VIEW.

Im Oktober 2016 fand eine erste Präsentation von VIEW statt. „Für uns spannend ist die etwas eigenwillige Definition von dem, wie VIEW sich versteht“, erzählt die Studierende Anna-Maria Buchegger. VIEW versteht sich nicht als Bittsteller gegenüber Unternehmen, will auch keine Spenden haben, sondern ist ein Verein mit folgendem Selbstverständnis:

Wir sind eine Non-Profit Spedition mit folgender Wertekette:

  • Information durch Unternehmer über abzugebende Waren
  • Angebote an VIEW-Kunden (soziale und gemeinnützige Einrichtungen)
  • Bestellungen der VIEW-Kunden
  • Warendisposition
  • Planung der Liefertour (vom Unternehmen direkt zu VIEW-Kunden)
  • Ausführung der Liefertour durch ein Fahrerteam

VIEW ist eine Alternative zum Entsorgen genießbarer Lebensmittel und Gratisdienstleister sowie CSR-Exekutive für Unternehmen. „Wir sind ein Marktwirtschaftsüberschussverwerter“, erklärt Frau Kiefel und fährt fort, dass es ohne dem derzeitigen Marktsystem VIEW gar nicht geben würde. VIEW möchte als gleichberechtigter Akteur in einem kapitalistischen Marktsystem, in dem Nachfrage das Angebot bestimmt, gesehen werden.

Projekt

Nach der Einführungspräsentation und der Vorstellung des Vereins durch Frau Kiefel wurden die „Bausteine“ für zwei Projekte definiert.

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Projekt #1 setzte sich zum Ziel, die Bekanntheit von VIEW durch den Einsatz von Facebook zu steigern. Dazu wurde eine eigene Facebook Seite gebastelt und Content generiert. „Wir schrieben einen kurzen Artikel anlässlich einer Buchpräsentation zum Thema „Jesus der Kapitalist“, wir setzten Likes zu Beiträgen, die sich mit den Themen #Lebensmittel und #wertvolle Ressource beschäftigen, kontaktierten Blogger, um auf VIEW aufmerksam zu machen usw.“, erklärt die Studentin Anna-Maria.

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Die beteiligten Studierenden bei Projekt #2 arbeiteten an der Neu-Akquise von potentiellen Lieferanten von Lebensmitteln aus der Salzburger Umgebung. „Das war gar nicht so einfach, da nicht alle Lebensmittel weitergegeben werden dürfen: Übrig gebliebene Lebensmittel von Restaurants oder Frischtheken fallen aus Hygiene-Gründen weg, Produkte, deren Haltbarkeitsdatum überschritten ist, fallen auch weg, usw.“, erklärte eine Studentin. Insgesamt wurden zwei interessierte Unternehmen ausfindig gemacht, die bei VIEW in Zukunft gerne mitmachen.

Insgesamt – so die Studierenden – war das Projekt eine Bereicherung für die Lehrveranstaltung. Sie lernten, dass VIEW mit dem, was es tut, einen wertvollen Beitrag in Richtung verantwortungsvolle Gesellschaft leistet. Allerdings ist dessen Selbstverständnis bei vielen Personen etwas erklärungsbedürftig, „… was eventuell dazu führt, dass intuitiv nicht immer gleich verstanden wird, was jetzt der Unterschied zwischen großen Organisationen wie z.B. der Tafel und VIEW sein soll“, so der Tenor der Studierenden.

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